OneHelp!

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

File-Sharing leicht gemacht: HFS

E-Mail Drucken


Insbesondere der Austausch grösserer Dateien stellt viele Benutzer immer wieder vor  Probleme: Gratis-Dienste sind oft in der Funktionalität beschränkt und selbst kostenpflichtige Angebote sind nicht immer ganz einfach in der Anwendung.

Eine verblüffend einfache und schnelle Möglichkeit, Dateien für andere (oder auch sich selbst!) zur Verfügung zu stellen, bietet die Freeware HFS von Rejetto, welche den heimischen Computer in einen Webserver verwandelt - ganz ohne Installation.

Das Ziel dieses Workshops ist es, mittels der Freeware HFS (Http File Server) Dateien auf dem eigenen PC zum direkten Download freizugeben.

Zeitaufwand: ca. 20 Minuten
Schwierigkeitsgrad: mittel
Vorkenntnisse: grundsätzliche Kenntnisse über Dateiverwaltung, Kenntnisse über Netzwerk/Router von Vorteil, ein wenig Englisch

Es ist immer das Gleiche: Die Ferienfotos passen nicht auf eine CD, und wenn, dann nur in geringer Qualität. Ja, man kann auch eine DVD nehmen, für die selbstgedrehten Filme ist aber auch diese schnell zu klein und wer hat schon die Zeit, stundenlang zu Hause zu sitzen und 20 DVDs zu brennen...! Und schliesslich kann man ja nicht jedem eine CD schicken, was das nur schon wieder an Porto kostet... Natürlich, es gibt Online-Dienste, sogenannten Web-Speicherplatz, dieser ist aber vor Allem in der kostenlosen Variante oft beschränkt, entweder der Speicherplatz selbst oder der Traffic, also die Menge an möglichen Up- und Downloads. Ausserdem liegt es in der Natur der Sache, dass für die Nutzung von Online-Speicherplatz die Dateien zuerst auf den entsprechenden Server hochgeladen werden müssen - ebenfalls zeitaufwendig.

Wie schön wäre es, wenn man die entsprechenden Dateien gar nicht bearbeiten, verschieben, verkleinern, brennen oder irgendwo hochladen müsste, sondern der Empfänger das Gewünschte direkt vom eigenen PC herunterladen würde?

Das gerade einmal 600KB grosse Tool HFS, Http File Server, verwandelt den eigenen PC in einen Webserver. Die Anwendung benötigt keine Installation und läuft auch von einem portablen Medium wie z.B. einem USB Stick. Das Tool ist ausschliesslich in Englisch verfügbar, die wenigen benötigten Funktionen lassen sich aber leicht lernen, auch wenn man des Englischen nicht mächtig ist.

Unser Workshop besteht aus vier Schritten:

1. Herunterladen von HFS
2. Portfreigabe auf dem Router (wenn nötig)
3. Freigabe von Dateien mit HFS und Absichern
4. Weitere Ueberlegungen (dynamische IP / dyndns)


SCHRITT 1 - Herunterladen von HFS

Zunächst laden wir HFS herunter, direkt von http://www.rejetto.com/hfs/download
Die .exe-Datei speichern wir irgendwo ab, wo wie sie schnell wiederfinden, z.B. direkt auf dem Desktop.


SCHRITT 2 - Portfreigabe auf dem Router

Nun kommt der eigentlich knifflige Teil dieses Workshops. Viele Leute haben einen Router im Einsatz, d.h. der Computer 'hängt' nicht direkt im Internet, sondern eben hinter einem Router.

Zuerst überprüfen wir, ob ein Router vorhanden ist, dazu

>> Windows XP: im Startmenu den Punkt 'Ausführen' aufrufen
>> Windows Vista: direkt im 'Suche starten'-Feld
>> den folgenden Befehl eingeben:

explorer.exe ::{7007ACC7-3202-11D1-AAD2-00805FC1270E}

(diese Zeile einfach kopieren und bei 'Ausführen' resp. 'Suche starten' einfügen) 

Es öffnet sich die Anzeige Netzwerkverbindungen, wo wir unsere Verbindungen sehen. Wir doppelklicken auf die Verbindung (LAN- oder WLAN-Verbindung) und

>> XP: wechseln auf die Registerkarte 'Netzwerkunterstützung'
>> Vista: klicken den Button 'Details'

KEIN ROUTER VORHANDEN
Sehen wir dort bei IP-Adresse und Standardgateway eine Adresse wie z.B. 84.72.93.135 oder 84.72.88.1 oder ähnlich (die Adressen beginnen nicht mit 192.168....), haben wir keinen Router und können die nächsten Schritte auslassen, denn es wird keine separate Portfreigabe benötigt. Wir notieren die IP-Adresse und wechseln direkt zu Schritt 3. (Dass der Computer ohne Router und somit 'direkt im Internet hängt', ist nicht besonders empfehlenswert und mit Einsatz eines Routers könnte die Sicherheit erheblich verbessert werden. Dies ist allerdings nicht das Thema des heutigen Workshops.)


ROUTER VORHANDEN
Sehen wir bei IP-Adresse und Standardgateway eine Adresse wie z.B. 192.168.0.100 und 192.168.0.1 oder ähnlich (die Adressen beginnen mit 192.168....), haben wir einen Router im Einsatz und müssen eine Portweiterleitung für HFS einrichten.


Dazu

>> öffnen wir einen Browser (z.B. Internet Explorer, Firefox, Opera etc.)
>> und geben die Adresse des Routers/Gateways ein, in unserem Beispiel also 192.168.0.1
>> und loggen uns mit Benutzernamen und Passwort ein
>> suchen wir die Funktion für die Portweiterleitung

Die gesuchte Funktion kann zum Beispiel 'Nat-Weiterleitung', 'Virtual Server', 'Portforwarding' oder ähnlich heissen. Im Handbuch des Routers sollte man die entsprechende Anleitung finden, Anleitungen für verschiedene Router gibt es auf http://portforward.com/ (leider nur in Englisch).

In unserem Beispiel verwenden wir einen D-Link-Router, welchen wir wie folgt einrichten:

>> Registerkarte 'Advanced', 'Virtual Server'
>> unten bei 'Virtual Server HTTP' auf das kleine Textdokument-Symbol (edit)
>> Radiobutton bei 'Enabled' (aktiv) setzen
>> Private IP: 192.168.0.100 (gemäss IP von Registerkarte 'Netzwerkunterstützung', vgl. oben, hier geben wir die IP des Computers ein, NICHT die IP des Gateway!)
>> Protocol Type: TCP
>> Private Port: 60471 (frei gewählt, zwischen 50000 und 60000)
>> Public Port: 51026 (einfach etwas anderes als bei Private Port, ebenfalls zwischen 50000 und 60000)
>> speichern mit dem grünen Apply-Button


SCHRITT 3 - Freigabe von Dateien mit HFS und Absichern

Wir führen wir die in Schritt 1 heruntergeladene Datei hfs.exe aus (Doppelklick).

Aus Sicherheitsgründen verwenden wir nicht den Standardport 80 sondern wechseln auf einen Port im 50000er oder 60000er-Bereich; dazu

WENN KEIN ROUTER VORHANDEN
>> oben auf den Button Port und
>> einen eigenen Port eingeben, zum Beispiel 51026

WENN ROUTER VORHANDEN
>> oben auf den Button Port und
>> den in Schritt 2 definierten Port eingeben, also 60471 (der externe Port 51026 ist hier nicht relevant)


DATEIEN UND ORDNER HINZUFÜGEN

In HFS sehen wir nun drei Bereiche, oben links werden die Dateien hinzugefügt.

>> Rechtsklick und
>> 'Add Files' für einzelne Dateien oder
>> 'Add Folder from Disk' für ganze Ordner

Werden Ordner hinzugefügt, wählt man bei der Abfrage nach der Art des ('What kind of Folder do you want?') die roten Ordner, also 'Real Folder' aus.

 

Die hinzugefügten Dateien/Ordner erscheinen in der Liste unterhalb des kleinen Häuschens.

Wir testen, ob unser Server funktioniert und öffnen einen Browser (Internet Explorer, Firefox, Opera etc.) und geben in der Adresszeile die Adresse unseres Servers ein:

http://[IP-Adresse][Doppelpunkt][Port-Nummer]

also zum Beispiel:

http://84.72.93.135:51026

Diese Adresse ist in unserem Beispiel immer die gleiche, egal ob man einen Router verwendet oder nicht, da unser externer/Public Port ja in beiden Fällen 51026 ist.

Wer seine IP-Adresse nicht mehr weiss - und diese bei Schritt 2 nicht notiert hat -, kann diese z.B. auf http://wieistmeineip.de/ abfragen.

...und mit etwas Glück (!) erscheint nun die Webserver-Oberfläche von HFS mit den hinzugefügten Dateien:

Jetzt wollen wir unseren Server aber noch mit einem Passwort schützen, dazu

>> wechseln wir wieder in den HFS und
>> Rechtsklick auf das kleine Häuschen
>> Menupunkt 'Set user/pass'

Hier geben wir

>> einen Username/Benutzernamen, z.B. froschkoenig
>> und ein Passwort, z.B. geheim007 ein

Beim nächsten Aufruf unserer Server-Adresse http://84.72.93.135:51026 (Browser schliessen und neu öffnen oder Erneuern mit F5) wird nun der Benutzername und das Passwort abgefragt.

Auf die gleiche Weise können auch nur einzelne Dateien oder Order geschützt werden, allerdings ist zu bedenken, dass wenn die oberste Ebene (das Häuschen) nicht geschützt wird, die Datei- oder Ordnernamen eingesehen, wenn auch nicht heruntergeladen, werden können.

Um nun jemandem seine Dateien zugänglich zu machen, sendet man einfach den Link und das Passwort per E-Mail oder SMS etc., also z.B.

http://84.72.93.135:51026
Benutzername: froschkoenig
Passwort: geheim007

Wichtig: Damit jemand etwas herunterladen kann, muss natürlich der Computer eingeschaltet und am Netz und HFS gestartet sein. Laufende Downloads sieht man im HFS im unteren Bereich.

 

SCHRITT 4 - Weitere Ueberlegungen (dynamische IP / dyndns)

Da die Funktion von HFS von der richtigen IP-Adresse abhängt, ist es wichtig, diese zu kennen. Abfragen kann man seine eigene, externe IP-Adresse über verschiedene Dienste, zum Beispiel über http://wieistmeineip.de/

Privat hat man aber meist keine fixe sondern eine dynamische, vom Provider (zum Beispiel Cablecom oder Bluewin) zugewiesene IP-Adresse. Diese kann ändern, womit der HFS nicht mehr erreichbar ist, resp. eben halt unter einer anderen IP. Daran sollte man auch denken, wenn man jemandem einen Link angibt.

Um dieses Problem zu umgehen, gibt es Dienste wie z.B. http://www.dyndns.org/, wo man eine Quasi-Domain einrichten kann, welche dann auf die jeweilige dynamische IP verweist. Man eröffnet sich einen Account wie etwa http://krokodil.dyndns.org und weist den Router an, Aenderungen der IP jeweils an dnydns.org zu melden, womit man immer unter dem gleichen Link erreichbar ist, in unserem Beispiel also http://krokodil.dyndns.org:51026

Die Einrichtung eines dnydns-Kontos ist kostenlos und nicht sehr kompliziert. Auch wenn man keinen Router hat oder der Router keine dyndns-Update-Funktion hat, kann man mit einem 'DynDNS-Updater' die jeweils aktuelle IP an dyndns melden. Solche Update-Clients findet man direkt bei dyndns.org auf http://www.dyndns.com/support/clients

Achtung: Alle Angaben zu Ports sind lediglich Beispiele und ich empfehle, NICHT genau diese (51026, 60471) zu nehmen, sondern eigene zu wählen, wie gesagt, einfach etwas im Bereich 50000-60000.

Aus Sicherheitsgründen sollte man ganz generell den Zugriff auf den eigenen PC nur an Personen geben, denen man vertraut und diese auch bitten, die Zugangsdaten nicht an Dritte weiterzugeben. Auch sollte man die Adresse / den Link nie irgendwo öffentlich (zum Beispiel in einem Forum oder ähnlich) preisgeben. Ausserdem empfliehlt es sich, das Top-Level-Passwort, das für das 'Häuschen', regelmässig zu ändern.


Und nun viel Spass beim Einsatz von HFS!

© Mentorium GmbH 2009



Dieser Beitrag wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von
SurfingSenior die Computerschule für Senioren
811991.ch Computer-Support