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Hörbehinderung im Alltag - Umfrage

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Im Internet haben Die terzStiftung und pro audito schweiz die Initiative ergriffen und eine Umfrage aufgeschaltet, um für den Umgang mit Hörbehinderungen im Alltag zu sensibilisieren.

Gemeinsam mit der Organisation für Menschen mit Hörproblemen, pro audito schweiz, hat die terzStiftung in den vergangenen Monaten terzScouts und Menschen mit Hörproblemen im Internet darüber abstimmen lassen, wie man mit einer Hörbehinderung im Alltag umgehen kann oder sollte. Der Verband und terz haben um Antworten auf 15 vorgegebene Fragen gebeten. Zusätzlich hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, persönliche Kommentare abzugeben. Zwischen 111 und 196 Personen haben die Fragen beantwortet, 46 Kommentare mit teilweise sehr umfangreichen Experten-Antworten sind eingegangen (Stand: 17.09.2010). In ihrer Eigenschaft als Generaldienstleister hatte die terzStiftung beim Schweizer Fernsehen, Swisscom, Phonak AG und ProCinema Erklärungen eingeholt und konnte so auf Fragen und Anregungen direkt eingehen.

Grösstes Ohr der Welt

Sich zum Handicap bekennen


Als Resümee lässt sich der Satz festhalten: «Die Vorteile von gutem Hören überwiegen die Nachteile eines Hörgeräts bei Weitem.» Wer sich frühzeitig helfen lässt, wer sich zum Handicap bekennt und dagegen angeht, der erhält sich seine Hörfähigkeit länger. Er oder sie sieht die Vielzahl der Geräusche aus unterschiedlichen Richtungen als Normalzustand an. Das Hörgerät wird zwar mehrheitlich noch nicht als ebenso alltäglich wie die Brille angesehen, vereinzelt gewinnt es aber fast den Status eines Modeaccessoirs. Nur wer sich an die Verringerung der Lautstärke und auch an die Verwischung der Distanzen von Geräuschen längst gewöhnt hat, der empfindet es als unangenehm, von rechts und links, vorne und hinten aus grösserer und geringerer Entfernung gleichzeitig etwas hören zu müssen. Eine Teilnehmerin an unserer Umfrage war von dieser Argumentation so überzeugt, dass sie beschlossen hat, nicht länger zu warten, sondern ihr Hörproblem rasch mithilfe eines Akustikers oder einer Akustikerin in Angriff zu nehmen.

Störende Nebengeräusche
Als grösstes Problem unserer Befragten erwies sich die Hintergrundmusik – sei es in Spielfilmen, in Dokumentarfilmen, bei Programmansagen oder in Geschäften. Wenn sich sprachliche Äusserungen mit zusätzlichen Tönen oder Geräuschen vermischen, fällt das Verstehen dramatisch viel schwerer. Bei den Fernsehsendern und bei der Swisscom gibt es durchaus Verständnis für dieses Problem. Es erweist sich jedoch als technisch bisher nicht lösbar, weil Hintergrundgeräusche, untermalende Musik und gesprochene
Texte heutzutage auf einer gemeinsamen Tonspur produziert werden. Von Ausgrenzung, respektloser Behandlung oder Diskriminierung wegen der Hörbehinderung berichten nur die wenigsten. Was die Einrichtung von Ringleitungen oder anderen technischen Anlagen für Hörbehinderte in öffentlichen Gebäuden betrifft, herrscht grosse Unklarheit. Fast zwei Drittel der Befragten meinen, sie könnten nicht einschätzen, ob es genügend solche Einrichtungen gibt. Die Seite mit dieser Umfrage bleibt noch einige Zeit aufgeschaltet. Wer Einzelheiten nachlesen möchte, findet sie im Internet unter:

www.terzstiftung.ch/wp-content/uploads/25_Hoerumfrage_A.pdf

Autor: Dr. Thomas Meyer, Redaktion terzMagazin