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Nanomania - Ein M zu viel

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von Wolf Buchinger

Huch, bei der Migros gibt es jetzt die Kindererziehung zu baldigem Tabletten-Missbrauch: Eingewickelt wie teure Schoki purzeln einige von 48 Kullerkapseln „zum Spielen, Sammeln, Tauschen“ (..und Runterschlucken) bei entsprechendem Einkauf in Mamis Migros-Sack. Die Banditos sehen aus wie nette Herztabletten,

Nanomania

die Monströs wie Fluorergänzungen beim Zahnarzt, die Animalos wie depressive Pinguine, die Pinkies wie Hitlers Kinder, die Roboz wie Störungen im Fernsehen und die Spuukies wie mutige Burka-Trägerinnen. Natürlich sind auch rosarote Tabletten dabei gegen Liebeskummer und blaue für das richtige Stehvermögen. Die Migros denkt an alle und alles. Schliesslich bereitet sie uns dieskret auf neue Dimensionen vor. Das orangene „M“ wird nun bald global aufleuchten. Kinder können mit diesen Tabletten weltweit purzeln, Bowling spielen und eine Räuberleiter basteln, eben spielerisch sich abhängig machen von Tabletten. Spätestens jetzt dämmert es dem kritischen Betrachter! Dieser „Sammelspass pur“ bereitet uns auf die neuen Drogerien und später die günstigen Apotheken mit dem grossen „M“ vor. Wir sollten also nicht den 9. März verpassen, wo es den „Superchamp“ geben wird, er glänzt, als wäre er aus purem Gold. Dafür muss Mami aber erst für mindestens 60 Franken einkaufen oder besser noch für ein Vielfaches mehr, damit die Chance steigt, die goldene Tablette zu bekommen. Denn schliesslich sind Arzneimittel ähnlich teuer.

Nebelspalter 2/11