OneHelp!

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Entscheidungsstarre

E-Mail Drucken

Wolf Buchinger, Nebelspalter 1/11

Das Unwort des Jahres kann eigentlich nur aus Deutschland kommen, in der Schweiz gilt es nicht: „Alternativlosigkeit“. Es bezeichnet ein langjähriges, nun endlich definiertes Phänomen, das in allen Schichten der dortigen Gesellschaft zu finden ist und die völlige geistige Bewegungsunfreiheit meint, die nur noch eine einzige mögliche Handlungsoption zulässt.

Schweizerwerte

Es betrifft Menschen, deren Wertbild mit einengenden Fantasievorstellungen, Ängsten oder Verurteilen blockiert ist, ihr Blich auf die Realität ist dadurch unmöglich.

Alternativlos zu sein betrifft vor allem Führungspersonen im Kleinen und im Grossen. Der Vater, der will, dass seine Kinder wie er werden müssen. Der Lehrer, der Strafen als einziges Erziehungsmittel sieht. Der Wähler, der Ausländer als Gefahr für sein Land sieht. Die Frau, die keine Karriere machen will, weil Karriere nur Männern möglich ist. Der Gläubige, der nur den Papst gelten lässt. Der Bänker, der blind der Gewinnsucht des Vorstandes folgt. Der Manager, der nur für seine Boni handelt und sich selbst dadurch aufgibt. Und natürlich auch der Politiker, der für seine Wiederwahl Parteilinien aufgibt. Solche alternativlose Bespiele gibt es Gott sei Dank nur im Grossen Kanton, bei uns werden uns die Alternativen ja nur so um die Ohren gehauen. Es tut gut, Schweizer zu sein.

www.wolf.buchinger.ch

www.kernbeissers.ch